Test: Deus Ex – Mankind Divided

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Zugegeben, ich zähle mich zu der Sorte Gamer, die es beim zocken eher bedacht und ruhig angehen lässt. Das soll im Gegenzug nicht heißen, dass ich Titeln mit viel Action nichts abgewinnen kann. Es bedeutet vielmehr, dass es mir einfach Spaß macht, wenn eine gut überlegte Strategie aufgeht. Das ist auch der Grund, warum mir Spiele, in denen man sich schleichend bzw. taktisch von Gegner zu Gegner bewegt, besonders gefallen.

Deus Ex gehört seit jeher zu dieser Art von Spielen. Klar, auch im Erstling von 2000 konnte man, ebenso wie im aktuellen Mankind Divided, auf die brachiale Methode setzen. Doch, und hier kommen wir auch gleich zu dem für mich größten spielerischen Pluspunkt, können wir mit Hauptfigur Adam Jensen stets aus einer Reihe von Möglichkeiten und Wegen wählen, um das Ziel zu erreichen. Schleiche ich über die Dächer, infiltriere das Versteck durch die Kanalisation, oder klopfe ich samt meines beachtlichen Waffenarsenals direkt an die Vordertür meiner Feinde? Dabei bleibt es mir stets selbst überlassen, ob ich tödlich vorgehe, oder in Batman-Manier die Gegner nur „schlafen lege“.

A propos Gegner: Die KI hat insgesamt einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. Wird man entdeckt, macht sie einem das Leben durch geschicktes flankieren schwer und teilt auch auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad ordentlich aus. Überaus motivierend gestaltet sich auch das Rollenspiel-typische looten und leveln. Es gibt einerseits bei genauer Suche viel zu entdecken, andererseits wird man aber nicht mit Items überhäuft. Auch das System zur Verbesserung der Fähigkeiten von Jensen ist wohl durchdacht. So darf man je nach Fortschritt neue Augmentationen an dessen Körper freischalten, wodurch die Vielfalt im Kampf weiter erhöht wird.

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Doch wie bei jedem Action-Rollenspiel, ist das Gameplay nur die eine Seite der Medaille. Es kommt auf die Charaktere, die Geschichte und die Spielwelt an. Hier spielt Mankind Divided seine zweite große Stärke aus. Die Dystopie im Cyberpunk Stil, in welcher der Kampf der augmentierten Bürger, gegen jene „normalen“ Menschen tobt und die Polizei längst nicht mehr für Recht und Ordnung steht, wird glaubhaft in Szene gesetzt. Lediglich das ein oder andere optische Highlight hätte ich mir im City 17 ähnlichen Prag gewünscht. Auch die Geschichte fällt gegen Ende stark ab und verweist auf den schon bald erscheinenden Story-DLC. Schade!

Einen weiteren Minuspunkt erhält das Spiel für seine teils mangelhafte Technik. Das die Grafik nicht mit Titeln wie bspw. Uncharted 4 mithalten kann – geschenkt. Auch teils matschige Texturen und asynchrone Dialoge sind zu verkraften. Viel mehr ins Gewicht fällt die, speziell in den Straßen Prags, schwankende Bildrate, die das Spielerlebnis ab und an in eine Ruckelorgie verwandelt. Dazu gesellten sich gelegentliche Abstürze auf der PS4.

Fazit:

Deux Ex: Mankind Divided besticht vor allem aufgrund seines hervorragenden, vielfältigen Gameplays mitsamt der typischen leveln + looten RPG-Elemente, die einen stets motivieren und neue Gadgets wortwörtlich an die Hand geben. Auch die düstere Welt, mitsamt seiner Charaktere, wirkt stimmig und lädt zum erkunden ein. Gegen Ende verliert die Story leider an Fahrt und deutet mit dem erhobenen Zeigefinger auf die Zusatzinhalte. Das größte Manko bleibt die technische Umsetzung, dessen Makel aber im großen Ganzen zu verkraften sind.

Wertung: 8/10

 

Anmerkung: Der Breach-Modus und der Multiplayer sind nicht mit in die Wertung eingegangen.

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